AUSGLEICHSFLÄCHEN

Lebensräume gestalten!

Bei jeder Baumaßnahme, die mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden ist, werden die Beeinträchtigungen im Landschaftspflegerischen Begleitplan bilanziert. Bei der Ortsumgehung von Vilshofen ist ein ermittelter Flächenbedarf von ca. 10ha bereit zu stellen. Die Naturschutzgesetze erlauben eine Doppelfunktion von Ausgleichsmaßnahmen und artenschutzrechtlich veranlassten Maßnahmen. Dies dient dem sparsamen Flächenverbrauch. Diese Möglichkeit wurde bei den Ausgleichsflächen für die Ortsumgehung von Vilshofen genutzt.

Gestaltung des neuen Dammfußes im Vilshofener Nebenarm des Donau-Altwassers

Unweit der Wolfachmündung wird mit der Gestaltung einer Landzunge im Westen (unterschiedliche Böschungsneigung, vor-und zurückspringende Uferlinie, grobe Mikrostruktur, Steine) eine Ausgleichmaßnahme durchgeführt. Dieser neu geschaffene Bereich dient dem sehr seltenen Schlammpeitzger als potentieller Lebensraum.
Die Umsetzung erfolgt gemäß des fischökologischen Gutachtens zur FFH-Verträglichkeitsabschätzung von 2003. Die Einzelmaßnahmen werden mit einer externen ökologischen Baubegleitung durchgeführt.

 

Naturnahe Gestaltung eines zu verlegenden Bachabschnittes

Parallel zum neuen Geh- und Radweg am „Alten Kirchweg“ im Bereich der Bachdurchlässe musste ein Bachabschnitt verlegt werden. Im Rahmen dieser Maßnahme wurde ein Uferstreifen neu angelegt, in dem entsprechende Vegetationsausbildung vorgesehen ist.

 

Wiesenknopfameisenbläuling

Für den dunklen Wiesenknopfameisenbläuling wurde eine Extensivwiese angelegt, indem Oberboden von einer Ackerfläche abgefahren wurde. Anschließend erfolgte eine Mähgutübertragung von Wiesen mit einem hohen Anteil vom Großen Wiesenknopf, der Futterpflanze des Wiesenknopfameisenbläulings. Beim ersten, 2015 durchgeführten Monitoring wurden bereits Ameisenbläulinge festgestellt.

Fledermäuse

Zur Entwicklung neuer Fortpflanzungs- und Ruhestätten wurden mehrere Flächen im Umgriff der Umgehung erworben. Eine weiter entfernte Fläche ist der „Dobel Altfalter“. Bereits im Winter 2012/2013 fanden erste Durchforstungen statt. 2013 erfolgte die Anlage von Nisthöhlen, indem dicke Stämme in ca. 4m und 6m Höhe angebohrt wurden. Von bei den Rodungsarbeiten anfallenden Höhlenbäumen werden auf diesen Flächen Abschnitte an vorhandenen Bäumen befestigt, sodass natürlich entstandene Höhlen weiterhin für Fledermäuse zur Verfügung stehen. Weitere Nistmöglichkeiten werden durch das Aufhängen von Nistkästen geschaffen. Alte Bäume werden belassen und gefördert, um die Entwicklung natürlicher Höhlen zu ermöglichen.